Film: Was Frauen wirklich wollen (Originaltitel: Tout le plaisir est pour moi)
Louise arbeitet als Radiomoderatorin und hat eine Beziehung mit dem Rechtsanwalt François. Sie hält ihr Sexualleben für erfüllt, was sie von ihrer Mutter Nicole und von ihrer Schwester Judith unterscheidet. Ein Film von Isabelle Broué, die gemeinsam mit Caroline Thivel und Hélène Woillot auch das Drehbuch schrieb. Frankreich, 2004.
In der montagsZeitung haben wir mehrfach über Sexualität geschrieben. Umso mehr freut es uns, dass hier ein Film gedreht wurde, der von Frauen geschrieben und umgesetzt wurde - und der montagsZeitung in keiner Weise widerspricht!
Die Produktionskosten für den Film betrugen knapp 5 Millionen Franken. Die eidg. Volksinitiative "Radio und Fernsehen - ohne Billag" verlangt, dass die Empfangsgebühren abgeschafft und das verbleibende Vermögen der Billag und des privaten Fernsehkonzerns SRG an den Bund gehen und zweckgebunden für die Filmförderung verwendet werden. Mit den Einnahmen aus diesem Vermögen können jährlich viele Schweizer Filme in der Qualität der Französischen Filme geschaffen werden: Wöchentlich eine Premiere in den Kinos und anschliessend im Internet und übers Kabelfernsehen. Und niemand bezahlt Empfangsgebühren!
Stell dir vor, einzig die Agglomeration Zürich hat Arbeit, boomt. Die umliegenden Gemeinden und die Kantone Thurgau, Aargau sind wirtschaftlich schwach, viele Erwerbsfähige sind dort von Armut bedroht.
Ein ungeheurer Druck von Zuwanderer entsteht in Zürich. Jeder Zürcher bangt um seinen Arbeitsplatz, um den sich bestqualifizierte Thurgauer und Aargauer bewerben. Zürich boomt. Doch nicht nur die Privatwirtschaft boomt - auch die Staatswirtschaft boomt hinterher: Mehr Sicherheitskräfte, mehr Strassen, mehr öV-Ausbau, mehr Schulhäuser, mehr Verwaltungsgebäude, Spitäler, Strom- und Wasserversorgung und Entsorgen: Alles wird bei der Privatwirtschaft bestellt, die jetzt erst recht boomt! Noch mehr Aargauer und Thurgauer, auch St. Galler strömen nach Zürich um die Arbeiten bewältigen zu können - und die Staatswirtschaft boomt erneut nach!
Die Menschen in Zürich werden aber nicht reicher - im Gegenteil: Irgendwer muss das vom Staat Bestellte ja auch bezahlen! Die Steuern und Gebühren steigen, die Löhne sind unter Druck, die Arbeitsstelle unsicher und eine Wohnung kaum noch erschwinglich.
"Erfolgsmodell!" jubelt der Zürcher Regierungsrat und verdutzt hören ihm die Zürcher zu: "So haben wir uns den Erfolg nicht vorgestellt! Wir möchten uns abschotten, Zürich für Zürcher, alle anderen raus, zumindest keine mehr rein!" In Zürich brodelt's, Sicherheitskräfte werden verstärkt, Richter eingestellt, mehr Gefängnisse gebaut. U-Bahnen werden nötig, Zubringerstrassen verbreitert, Tunnels vergrössert. Die Privatwirtschaft boomt. Die Steuern steigen, die Sozialleistungen steigen. In Zürich brodelt's.
Die Menschen in Zürich wollen Mauern bauen, niemanden mehr rein lassen und den Thurgauern und Aargauern, die ebenso arm sind wie sie, finanzielle Sozialleistungen versagen, damit sie wieder heimkehren, obwohl sie im Thurgau kein Daheim mehr haben.
Die Staatswirtschaft stellt Grenzwächter, Sicherheitskräfte und Verwaltungsbeamte ein. Die Steuern steigen.
Die Privatwirtschaft soll mehr Steuern zahlen! Doch die Privatwirtschaft erpresst seit langem den Staat: "Wenn wir mehr bezahlen müssen, ziehen wir weg. Wir bleiben, wenn wir weniger Steuern bezahlen müssen." "Wie viel weniger?" "Bis auf null und später verlangen wir eine Minussteuer pro Beschäftigten!" Die Steuern steigen und bereits läutet das Totenglöckchen in der Stadt. Viele Arbeiter verlassen Zürich, denn in Basel verdient man mehr: Basel boomt! Züge und U-Bahnen sind jetzt zu gross, die Strassen zu breit, zu viele Spitäler. Viele werden entlassen. Die Steuern steigen. Aus in Zürich, Boom in Basel!
Die Privatwirtschaft, das heisst das Kapital boomt. Die Staatswirtschaft boomt nach. Und wir, das heisst die in der Privatwirtschaft Arbeitenden, bezahlen den Boom. Und wenn das Kapital - so flüchtig wie Gas - sich verflüchtigt, ist der Staat kaputt. Kahlgefressen wie nach einer Heuschrecken-Invasion.
Die Initiative "Gegen Masseneinwanderung" ist keine Lösung. Im Gegenteil, die zusätzlichen Grenzwächter, Sicherheitskräfte und Verwaltungsbeamten verteuern die Staatswirtschaft - ohne die tatsächliche Ursache anzugehen: Die Leistungsträger, also diejenigen, die hier Arbeitsplätze schaffen, müssen Steuern bezahlen - und nur sie! Nicht die Maschinen, nicht die Arbeiter - nur sie: gleichsam als Marktzutrittsgebühr! Wer hier Gewinne machen will, muss davon viel abgeben, und sonst soll er sein Glück anderswo machen, das kommt uns günstiger.
Wir sind derart geblendet vom goldenen Kalb, dass das Besteuern der Gewinner uns völlig fremd ist. "Wir brauchen doch die Leader und deren Geld." "Nein, die Leader brauchen uns! Sie brauchen dich in ihrem Büro, dich in der Werkstatt, dich in ihren Wohneinheiten, dich in ihren Läden, dich im Verwaltungsapparat. Ohne uns sind sie nichts. Und es liegt an uns, sie näher zu uns zu bringen." Am Beispiel Zürich, oder am Beispiel Schweiz sehen wir was passiert, wenn wir es nicht tun: Es boomt bis alles kahl ist.
Ein weiteres Beispiel für die aufgrund des Wirtschaftsbooms nachboomende Staatswirtschaft ist der Bundesbeschluss, die Eisenbahninfrastruktur auszubauen. Mit der Ausführung wird die Privatwirtschaft beauftragt und bezahlen tun es die Arbeitenden - über 1 Milliarde zusätzliche Abgaben fallen an, rund Fr. 460.- pro Haushalt jedes Jahr. So haben wir uns Boom nicht vorgestellt, oder?
Das Dilemma der Schweiz (und der westlichen Welt) besteht darin, dass wir nur zwei Richtungen kennen: Rechts diejenigen, die liberale Politik machen und links diejenigen, die staatswirtschaftliche Politik machen. Sie beide ergänzen sich zu einer boomenden "Glücksspirale", die von den Arbeitenden bezahlt wird.
Es fehlt eine eigentliche Partei für Menschen, die darauf achtet, dass die Liberalen für die Kosten, die sie verursachen, auch aufkommen, und der Staat sich möglichst zurückhält und hauptsächlich den Gewinn der Liberalen in die Haushalte zurücksteuert, so dass jedem Haushalt ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht wird.
Guter Rat ist teuer - er kostet uns ein Vermögen!
Wenn wir kein Vermögen mehr haben und auch keines mehr bilden, dann sind wir frei. Dann sind wir gleich, und wenn wir dann noch für einander sorgen, dann sind wir sicher und geborgen. Vögel, Tiere können's, auch die Affen. Der Mensch aber hat diese Stufe noch nicht wieder erreicht. Es ist verrückt, was für Mauern wir uns gesetzt haben, als wir zwischen mein und dein, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden begangen.
Wieso schreiben wir die montagsZeitung, wieso? Damit wir anderes nicht machen müssen - zum Beispiel die Steuererklärung, oder fünf Tage: Tiere schlachten, im Verkauf stehen, Trolleybus fahren. Das Leben soll Freude machen!
Das Pareto Prinzip besagt, dass man mit 20% Zeitaufwand 80% seiner Arbeit erreichen kann und umgekehrt. Also: Für 20% unserer Zeit kriegen wir 80% Ergebnis. Wenn wir das umsetzen - und uns nicht von Ideologien über den Tisch ziehen lassen - müssten wir an einem Tag für die ganze Woche gearbeitet haben. Wir alle hätten dann 6 Tage frei, bevor wir wieder einen Tag arbeiten. Aber auch zwei Tage für 80% wären für den Anfang nicht schlecht. Denk mal darüber nach, im Zug oder im Stau!
22.01.2014
Leserbrief: NEUE VERFASSUNG
Aufgrund der montagsZeitung wird auch mir vieles klarer und verändert immer wieder meine Meinung. Wir wissen, dass das soziale Modell nicht funktioniert hat, und wir wissen, dass das liberale Modell nicht funktionieren kann.
Wir wissen aber nicht, was funktioniert. Wir sind Forscher und können Schritt für Schritt uns vortasten und das Empfangene aufschreiben, streichen, neu schreiben, streichen. Ich bin überzeugt, dass wir letztlich sehr wenig Geschriebenes haben. Und dann kommt noch der Übergang von heute nach A.
Wenn wir das alles wissen und das Wissen veröffentlichen, ergeben sich Mehrheiten und finden sich Menschen, die sich ins Parlament wählen lassen. Wir brauchen kein Komitee, wohl aber Schreibende.
22.01.2014
Staatsangestellte erhalten 100% ihres Lohnes vom Staat. Staatsbetriebe und vom Staat beauftragte Organisationen erhalten bis zu 100% ihres Lohnes vom Staat. RentnerInnen erhalten bis zu 100% ihrer Einkünfte vom Staat.
Landwirte erhalten 75% ihrer Einkünfte vom Staat.
Angestellte in der Privatwirtschaft erhalten 0% vom Staat - sie bezahlen den Staat! Und die Gewinne der Unternehmer!
22.01.2014
Wer macht mit im Komitee für eine neue Verfassung an der sich das Ausland auch anschliessen kann?
22.01.2014
Grundwerte sind nicht verhandelbar. Auch wenn die Personenfreizügigkeit nur ein kleines Stück Freiheit ist: Sie ist ein kleiner Schritt hin zu mehr Freiheit für die Menschen.
21.01.2014
Ich hoffe, ihr hattet auch einen vergnüglichen Nachmittag ;)
21.01.2014
Die Affen lachen. "Dafür könnt ihr nicht fliegen, ihr doofen Affen!" "Ihr aber auch nicht alle - und schon habt ihr wieder Streit", lacht der Affe und hangelt sich von Baum zu Baum.
21.01.2014
Dieser sehr kurze Artikel bringt das Dilemma auf den Punkt. Wie bei einem Schieberegler können wir den Regler nach links oder rechts schieben. Ist er ganz auf Links, hat der Staat keine Steuereinnahmen mehr, weil die Staatsangestellten mehr Lohn erhalten als sie Steuern abgeben können. Und andere Nettoverdiener gibt es nicht.
Ist er ganz auf Rechts, braucht der Staat Steuereinnahmen nur für Sozialleistungen. Und vor allem die Sozialleistungen sind Zielscheibe der Liberalen - diese möchten sie abbauen, auf null stellen: Wir zahlen doch nicht für deren Alte, Arbeitslose und Kinder.
Stellen wir den Regler in die Mitte, haben wir einen teuren Staat, der laufend die Sozialleistungen abbaut und an anderen Ausgaben, an denen die Liberalen verdienen oder interessiert sind, festhält. Und mittels 'Wirtschaftsförderung durch Steuererleichterungen' werden die grossen Liberalen steuerbefreit. Die Mitte ist die heutige Position der Schweiz.
Wir bräuchten aber eine Sozial-Liberale Partei, die den Regler ganz nach Rechts schiebt und einzig a) die Zentralbank führt; b) Grund und Boden verwaltet; c) die Sozialleistungen bis hin zu einem Grundeinkommen plus Ergänzungsleistungen ausbaut; d) Freiheitsstrafen untersagt; e) Die Infrastrukturen Strassen, Trasses, Strom, Internet, Wasser und Entsorgung aus zweckgebundenen Mitteln der Benutzer finanziert und verwaltet.
Der Staat würde aber keine Eisenbahnen, Busse, Kraftwerke, Pumpwerke, Kläranlagen, Militär, Sicherheitsdienste, Gefängnisse, Post, Telefon, Radio, Fernsehen, Provider, Krankenhäuser, Schulen betreiben und keine Subventionen oder Steuererleichterungen gewähren.
21.01.2014
Die Frage nach Parteien-Variation ist eine müssige und leidige Angelegenheit. Es ist der egoistische Einheitsbrei dieser Polit-Darsteller, der diese Frage ins Leere führt. Dabei meine ich mit diesem ‘Einheitsbrei‘ die Masse, die ’99 von 100' - d.h. im Wesentlichen uns alle. Hinein gespült in politische Ämter ist die Verantwortung nicht das Bestimmende. Die Verantwortung ist nicht einmal vorhanden:
Die Gier nach mehr haben und damit mehr ‘sein‘ (wie hilflos kindlich!) ist die Triebfeder, die Motivation des Einzelnen. Und dies bestimmt auch unser Gruppenverhalten ...
Im Wissen um die charakterliche Kleinheit des Menschen sollten wir deshalb die Fragestellung nach mehr rechts oder mehr links durch die Frage ersetzen: Mehr Politik (Staat) weniger Politik (Staat); wie sie im 2ten Kurzabschnitt indirekt angesprochen ist ... Und dort ist die Antwort gegeben.