18. August 2014
Menschen im Zentrum - Grundlage des Friedens
Leserbriefe

Qualitätsjournalismus - Die Anstalt 29.04.2014 - die Bananenrepublik

Die Medien-Führer Kai Diekmann (BILD), Günter Nonnenmacher und Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ) und Stefan Kornelius (SZ) fühlten sich von der Satiresendung "Die Anstalt" kabarettistisch offenbar weniger bedroht als das Duo von der ZEIT: Josef Joffe und Jochen Bittner. Die beiden klagten, aber was aufgrund der Klage aus der ZDF-Mediathek wegzensuriert wurde, findet sich leicht bei Youtube oder sonst wo im Netz wieder.

Propaganda

Als Schweizer bin ich ein Pro-Schweizer. Mein Onkel, der in Chile lebt, ist ein Pro-Schweizer und Pro-Chilene. Meine Schwägerin, die aus Kiew kommt und in Sankt Petersburg lebte, ist eine Pro-Ukrainerin, Pro-Russin und Pro-Schweizerin.

"Wer nicht pro-USA ist, ist gegen uns", sagte der US-Präsident George W. Bush.

Natürlich bin ich auch pro-USA, obwohl ich das Land noch nicht kenne. Natürlich bin ich auch pro-Russland. Ich bin aber auch pro-Schweden, pro-Frankreich, pro-Deutschland, pro-Österreich, pro-Italien, pro-Griechenland, pro-Türkei, pro-Ungarn, pro-Serbien, pro-Kosovo, die ich allesamt kenne. Einzig die Ausschliesslichkeit, mit der George W. Bush das "pro-USA" verband - die Intoleranz - ist das, was ich keinesfalls unterstütze!

Ein Schweizer Strassenmusiker ist zum Islam konvertiert. "Was haben Sie aus dem Islam gelernt?" fragte der Reporter. "Toleranz," antwortete der Musiker.

Ich bin also auch pro-Islam und als Bewunderer der Geschichte Jesu auch pro-Christentum. Ich bin somit für sehr viele Pro, nur für ein einziges Pro bin ich nicht, die Pro-Paganda, wenn das Pagere (lat. befestigen, einsenken, pflanzen) zur Hochburg, zum Alleinseeligmachenden erklärt wird, wenn Andersgläubige bestraft, geköpft werden. Von da kommt das Wort Propaganda, als Kurzbezeichnung der 1622 von Papst Gregor XV. gegründeten "Gesellschaft zur Ausbreitung des Glaubens (Congregatio de propaganda fide)", im vierten Jahr des Dreissigjährigen Krieges.

Jede Verbreitung einer Idee, eines Produkts, einer Dienstleistung ist Propaganda. Eine Welt ohne Werbung, ohne Bildung können wir uns gar nicht vorstellen, selbst die Social Medien leben von der Mund zu Mund Propaganda, den Likes! Wir wissen, dass die Propaganda das Eigene preist, das Andere verschweigt oder schlecht macht und auch die Nebenwirkungen nicht erwähnt - das ist das Wesen der Propaganda. Doch wie gesagt, wir Menschen brauchen die Propaganda, sie unterscheidet uns von den Tieren, die nichts pflanzen.

Hüten wir uns aber vor Propagandisten, die andere Pro bedrohen, sanktionieren und töten, oder das von uns verlangen.

Viele Angehörige der ukrainischen Armee haben sich vorbildlich verhalten, ihnen gehört unsere Bewunderung und ergänzend zum Weltgastrecht für Frauen sollte es auch ein Weltgastrecht für Deserteure geben.

Prostitution

Eng mit der Propaganda verbunden ist die Pro-Stitution, aus statuere (lat. hinstellen) und pro (lat. vorn, öffentlich). In einer Gesellschaft, die auf Marktwirtschaft beruht, ist jeder, der nicht Selbstversorger ist, gezwungen sich zu vermarkten. Er schafft ein Angebot und hofft auf Nachfrage. Ein Angebot, das eigentlich "unnötig" ist, wie der kleine Bub, der vor der Pension seiner Mutter sich hinstellt, Notenständer und einen kleinen Hut vor sich Flöte spielt und neben sich schöne Steine für 20 Cent anbietet. So fliesst etwas Geld zu ihm und die Leute schmunzeln: Wie geschäftstüchtig der Kleine ist.

Prostitution im engeren Sinn auf die entgeltliche Sexarbeit bezogen, ist mitnichten das älteste Gewerbe der Welt, denn Not und Überfluss müssen zuerst geschaffen sein. Wir bewegen uns mit diesen Gedanken jedoch in einem Bereich, der mitunter die Notlage eines Buben, einer Frau zeigt, gegen ein Entgelt "alles" zu tun, auch sinnloses, auch verletzendes.

In einer menschlichen Gemeinschaft sollte das Existenzminimum jedem bedingungslos gewährt sein. Und das Gewähren des Existenzminimums sollte oberste Priorität einer Gemeinschaft haben - noch bevor irgendein Theater, eine Kirche, ein Parlament gebaut oder renoviert wird.

Davon sind wir weit entfernt, obwohl es sehr wohl und einfach zu realisieren wäre: Wir müssten es nur tun!

Leitmedien, die ehemals vierte Gewalt

"So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiss das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Strasse landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füssen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiss das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte."
John Swinton, 1883, Chefredakteur New York Sun.

"Eigentlich gibt es nur wenig, das in einer Zeitung unverzichtbar ist: Leserbriefe. Und Todesanzeigen. Damit muss das Ego eines jeden Journalisten klarkommen."
Philipp Landmark, 2014, Chefredakteur St. Galler Tagblatt.

Spiegelt sich in dieser Aussage von Philipp Landmark nicht die ganze Tragik des moralischen Niedergangs der ehemals vierten Gewalt?

1883 verliess John Swinton die Sun, um eine eigene Zeitung zu gründen: "John Swinton's Paper" war eine vierseitige Zeitung mit sechs Spalten, die einmal wöchentlich erschien. Die Überschrift jeder Ausgabe deklarierte Swintons Ziele:

1. Fest einzutreten für die Menschenrechte im amerikanischen Verständnis.
2. Kampf gegen das zunehmend Falsche in Gesellschaft und Industrie.
3. Einsatz für die Organisationen und Interessen der arbeitenden Menschen und die Verbreitung von Neuigkeiten der Gewerbe und Gewerkschaften.
4. Einigung der politischen Kräfte, Suche nach einer gemeinsamen Plattform, und Nachrichtenübermittlung an junge Menschen in diesen Bereichen.
5. Warnung an das amerikanische Volk vor den gefährlichen Umtrieben der Millionäre, Monopolisten und Plutokraten.
6. Aussicht auf bessere Zeiten des Fair Plays und des öffentlichen Wohlergehens.

IS (Islamischer Staat)

USA, Russland und Iran sind vereint im Kampf gegen die IS. Die sunnitische Organisation hat sich zuvor Islamischer Staat im Irak und in der Leventina (ISIL) genannt. Sie hat ihren Ursprung im irakischen Widerstand ab 2004 gegen die Koalition der Willigen unter Führung der USA. Sie kämpfte vor allem gegen die Koalitionstruppen, kämpft jetzt gegen Truppen der neuen irakischen Regierung und gegen die Kurden im Norden des Iraks sowie gegen die Regierung in Syrien.

Die Sunniten bilden mit etwa 85 Prozent die zahlenmässig grösste Gruppierung innerhalb des Islams. Sie stellen demzufolge auch in den meisten islamischen Ländern die Mehrheit der Muslime. Aserbaidschan ist neben dem Iran, dem Irak und Bahrain das einzige Land mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit. Muslimisch geprägte Länder in Europa sind Albanien, Bosnien und Herzegowina, der Kosovo, Mazedonien, und die Türkei. Viele weitere Länder haben muslimische Minderheiten.

Die Organisation IS wird von den USA und von Russland einheitlich als radikal-islamistische Terrorgruppe bezeichnet, als salafistische Dschihadisten.

Salafiyya (auch Salafismus)

Insgesamt übten Vertreter der Salafiyya Widerstand gegen die osmanische Herrschaft und den Kolonialismus und streben tiefgreifende Veränderungen an. Einerseits befürworten Salafisten das Wiederaufleben eines arabischen Kalifats nach der Abschaffung des osmanischen Kalifats im Gefolge der Gründung der modernen Türkei. Andererseits werden klassische Konzepte wie Beratschlagung und Konsens herangezogen, um eine islamische Demokratie zu schaffen.

Was zeigt, dass der Rückgriff auf die Quellen des Islam nicht zu einer reaktionären Bewegung führte, sondern eher nach Übereinstimmungen mit der modernen Zeit gesucht wird: demokratische Elemente mit dem Kalifat zu kombinieren.

Dschihad

Dieses Ziel soll durch Dschihad (dt. Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz) erreicht werden. Islamische Gelehrte rechnen den Dschihad als sechste zu den „fünf Säulen des Islams“ und diese Bemühungen werden auf vier Ebenen geführt:

1. Den Dschihad des Herzens (Christentum: Führe uns in der Versuchung);
2. den verbalen Dschihad (Sprechen der Wahrheit; ebenfalls ein christliches Gebot);
3. den Dschihad durch Taten (das Gute tun; ebenfalls im Christentum enthalten);
4. den Dschihad des Schwertes - Kampf für den Frieden, für ein Haus des Islams (Dar al-Islam).

Von grundlegender Bedeutung für das klassisch-islamische Völkerrechtsverständnis ist die Einteilung der Welt in ein Haus des Islams (Dar al-Islam) und ein Haus des Krieges (Dar al-Harb) und ein Haus des Vertrags (Dar al-Ahd). Als Dar al-Ahd gelten Gebiete, deren nicht-muslimische Bewohner ein Friedensabkommen mit den Muslimen geschlossen haben.

Gewalt wird von Jesus abgelehnt - von der christlichen Welt allerdings nicht. Jesus fordert in der Bergpredigt: "Liebet eure Feinde." Er fordert Straffreiheit: "Wer ohne Schuld, der werfe den ersten Stein." Die christliche Welt folgt ihm nicht.

Die christliche Welt führt Kriege für Reichtum: Für Öl, für Boden, für Rohstoffe

Die Gier ist grenzenlos - unbegrenztes Wachstum! Und für die christliche Welt ist es entsetzlich, dass Gott das heute wertvolle Schwarze Gold grösstenteils den Islamisten gegeben hat.

Und in seinem Neid wird der Christ nicht müde, seinen Bruder anzuschwärzen: Er verstümmle die Frauen, töte Ungläubige und was einer oder eine tut, tut gleich der ganze Islam.

Beschneidung

Bei diesem Ritual wird Buben die Vorhaut beim Penis beschnitten. Dieses Ritual ist mit Schmerzen verbunden, das Abschneiden der Haut und das Zusammennähen des Schnittes. Anschliessend gratuliert die ganze Verwandtschaft, die Freunde und die Nachbarn den etwas bleichen Buben im aufwändig geschmückten Kinderzimmer, es gibt Geschenke wie bei uns an einer Konfirmation und eine festliche Zeremonie. Je nach Freundeskreis und Bekanntheitsgrad werden 200 und mehr Gäste eingeladen. Bei Mädchen ist ein solches Ritual in Europa unbekannt.

Die Beschneidung von gesunden Buben am achten Lebenstag, also gleich nach der Geburt, gilt im Judentum als Gebot Gottes. Der Koran erwähnt eine solche Tradition nicht. Es ist ein lokaler vor-islamischer Brauch.

Mädchen

Im Sudan, in Somalia, Dyibouti, Äthiopien, Mali, in Ägypten und 19 anderen Ländern werden die Genitalien von Mädchen beschnitten. Dies reicht regional unterschiedlich von einer eher rituellen Ritzung der Vorhaut oder auch zusätzlich der Klitoris, damit ein "sinnzeichenhafter Tropfen Blut fliesst", bis zum Beschneiden der Klitorisvorhaut (innere Schamlippen) und von Klitorisgewebe, bis zur zusätzlichen Beschneidung der äusseren Schamlippen und deren oberes Zusammennähen bis über den Harnröhrenausgang.

Wird die "sinnzeichenhafte rituelle Reinigung" überschritten, handelt es sich um Genitalverstümmelumg (Female Genital Mutilation FGM), die nicht zu rechtfertigen ist und die nicht im Koran erwähnt oder gar gefordert wird! Auch nicht die "Sinnzeichenhafte"!

Weshalb sich ein so menschenverachtender Brauch in diesen Ländern entwickeln konnte - und der von Frauen, ihnen vertrauten Frauen, an Mädchen gewaltsam vorgenommen wird - ist unfassbar.

Tatsächlich handelt es sich um einen präislamischen Brauch, welcher in der "Wiege des Islams", in Saudi-Arabien, sowie in zahlreichen anderen muslimischen Ländern, völlig unbekannt ist. Auch im Koran existiert keinerlei Erwähnung. Im Gegenteil ist die körperliche Unversehrtheit einer der höchsten Werte in der Scharia (Islamisches Gesetz). Nicht nur Selbstmord und Euthanasie sind im Islam verboten, sondern jegliche Beeinträchtigungen der Integrität des Körpers einer jeden Muslimin, eines jeden Muslims.

Präislamisch bedeutet, dass die Beschneidung der Buben und der Mädchen bereits erfolgte, als es noch gar keinen Islam gab, also von Polytheisten der altägyptischen Hochkultur (Buben und Mädchen) und Juden (nur Buben) praktiziert wurde. Diese altägyptische Tradition aus vorchristlicher Zeit hat sich in den Regionen trotz Christianisierung, Islamisierung und Kolonialisierung bis auf den heutigen Tag erhalten.

Die einzigen, die diese falsche Information, diesen archaischen Brauch aus dem antiken Ägypten richtig stellen können, sind die Regierungen dieser Länder, die Leitmedien, die Schulen und die Religionsführer. Sie sollten es auch tun! Der verbale Dschihad - die Wahrheit sprechen - verpflichtet sie, aber auch alle anderen. Und der Islam tut dies: FGM gilt in allen (!) muslimischen Rechtsschulen als “haram” (verboten). Die Beschneidung von Buben und Mädchen ist nicht islamisch!

Im November 2006 bestätigte in einem Rechtsgutachten die für den sunnitischen Islam höchste Autorität geniessende Universität Al‑Azhar in Kairo, dass die weibliche Genitalverstümmelung nicht mit dem Islam zu vereinbaren sei.

Kairo, November 2006 Die Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation FGM) ist nicht islamisch und mit dem Islam nicht zu vereinbaren!

Am 20. Dezember 2012 hat die UN-Vollversammlung einstimmig eine Resolution verabschiedet, die die Staaten zur Verstärkung ihrer Anstrengungen für eine vollständige Beendigung weiblicher Genitalverstümmelung auffordert.

Schönheitsideale

Wir sollten in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass alle Gesellschaften bestimmte Schönheitsideale besitzen, und Menschen bereit sind, grosse Opfer auf sich zu nehmen, um ihnen zu entsprechen. Doch es ist legitim, ein Menschenrecht auf Unversehrtheit, die Entscheidung den Betroffenen selbst zu überlassen – und zwar im Erwachsenenalter, um die Konsequenzen ermessen zu können.

Ulrich Tilgner, Journalist

Wenn nun plötzlich die westlichen und die russischen Leitmedien einvernehmlich über IS und den Krieg im Irak schreiben und beide die gleichen alten und falschen Feindbilder bemühen - die Genitalverstümmelung ist kein Thema in den Ländern des Nahen Ostens und kein Thema des Islams -, verwundert das sehr. So sehr der Wahrheit verpflichtet fühlen sich die russischen Leitmedien offenbar auch nicht.

Und was beim Krieg in der Ukraine den westlichen Leitmedien nicht gelang, gelingt nun im Irak: Die Leserbrief sind voll des Dankes an die USA, dass sie Irak bombt. Und Ulrich Tilgner, der für seine Berichte im Irak bisher immer gelobt wurde, ist in den Leitmedien zur Persona non grata geworden, weil er das vermittelte Bild der Leitmedien nicht teilt.

Wie ihm geht es wohl auch anderen hervorragenden ReporterInnen, von denen man einfach nichts mehr hört, als ob sie den Beruf aufgegeben hätten. Sie schreiben vielleicht Bücher, die dann leider ein, zwei Jahre zu spät im Buchhandel sind.

Oder - als Vorschlag - sie schreiben vorab für sich, auf ihrer Homepage, z.B. "Ulrich Tilgner's Page", wo jeder ihre Texte und Bilder lesen und verbreiten kann. Ja, sie machen ihr eigenes Media Center, nur sich und der Wahrheit verpflichtet, gleichsam als öffentliche Vorarbeit zu ihrem Buch und ihren Vorträgen.

Peter Scholl-Latour, Journalist

"Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung." Peter Scholl-Latour

Der Journalist und Buchautor Peter Scholl-Latour ist vorgestern, am 16. August gestorben. Der Nahost-Experte wurde 90 Jahre alt. Ein grossartiger Journalist.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing

"Separatisten bestätigen Rüstungslieferung aus Russland: Die Separatisten in der Ostukraine haben nach eigenen Angaben umfangreiche militärische Unterstützung aus Russland bekommen. 30 Panzer sowie 1.200 auf russischem Gebiet ausgebildete Kämpfer seien zur Verstärkung gekommen." schreibt die ZEIT am Sa. 16.08.2014 [Link] und unterlegt den Artikel mit einem Foto "Ein russischer Soldat und ein russischer Panzer in der Nähe von Simferopol". Simferopol ist die Hauptstadt der Republik Krim, die seit 21.03.2014 zur russischen Föderation gehört, hat mit dem Bürgerkrieg in der Ostukraine nichts zu tun! Im Original des präsentierten Videos sagt der Regierungschef der Separatisten aber etwas anderes: Er spricht von 1200 Freiwilligen, die vier Monate in Russland ausgebildet wurden, und von 150 im 'Südkessel' von der ukrainischen Armee erbeuteten gepanzerten Fahrzeugen." youtube (ab Min 2:15).

Natürlich war die ZEIT tags zuvor, zusammen mit der NZZ, auch an vorderster Front dabei: "Ukrainische Armee nimmt russische Militärfahrzeuge unter Beschuss: Regierungstruppen sollen laut Präsident Poroschenko in der Ostukraine Teile eines russischen Militärkonvois zerstört haben." Die Zerstörung ist völlig spurlos erfolgt, es finden sich keine Spuren ...

Also Tag für Tag füttern uns die Leitmedien mit Zeitungsenten, die nur ein Ziel haben: Wir sind die Guten, die anderen die Bösen. Über Flug MH17, die malaysische Boing 777, die vor einem Monat über der Ostukraine abstürzte, wird nicht mehr berichtet, ebenso wenig darüber, wie die Untersuchung vorankommt über die Toten auf dem Maidan in Kiew, die Toten beim Massaker in Odessa, etc.

Im Januar 1998 erklärte die UCK (Befreiungsarmee des Kosovo) die Unabhängigkeit des Kosovo. Als Serbien daraufhin die abtrünnige Provinz Kosovo angriff und militärisch praktisch besiegte, wurde Serbien, Belgrad von der NATO bombardiert, ohne UNO-Mandat und weder Serbien noch Kosovo waren NATO-Mitglieder. In der Ukraine ist es genau umgekehrt, die Ukraine, Kiew wird von der NATO unterstützt.

Diese Doppelmoral der Willigen unter Führung der USA ist der Tod des Westens - Weltbank, IWF, WTO sind ad absurdum geführt, mit der Sanktionspolitik bedeutungslos geworden.

ZEIT-Online feuert Moritz Gathmann wegen unerwünschter Berichterstattung

Moritz Gathmann arbeitet als freier Journalist in Moskau. Er beliefert Titel wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, den „Spiegel“ oder „Das Magazin“ mit Berichten und Hintergrundstücken aus Russland. Seit 2008 ist er ebenfalls Mitglied im Korrespondenten-Netzwerk n-ost. Weil er aber als Gastredakteur für die Zeitungsbeilage „Russland Heute“ gearbeitet hat, die in Deutschland der „Süddeutschen Zeitung“ beiliegt, hat sich die Zeit-Online-Chefredaktion von dem erfahrenen Journalisten am vorletzten Wochenende getrennt.

Das Verhalten von der Redaktion die ZEIT, die erst ihr Moskau-Büro schliesst und dann einen freien Journalisten aus politischen Gründen kurzzeitig entlässt, verschärft nur die traurige Situation in den deutschen Leitmedien. Nicht umsonst verlassen immer mehr Journalisten das schwierige Mediengelände und starten ihr neues Arbeitsleben als PR-Berater, Analysten etc.

Und so mutieren die Leitmedien ebenso zu PR-Medien (public relation, dt. Propaganda), in denen nur das berichtet wird, was der Geschäftsleitung gefällt. Und der Geschäftsleitung gefällt, was den Geldgebern gefällt, denn alle Medien sind auf Geld angewiesen.

Themawechsel: Wasser und Gold

Machen wir - in Gedanken (!) - ein Experiment: Setzen wir zwei gleichstarke Männer tief in die Wüste, jeden in eine schattenspendende Höhle, der eine hat 40 Tagesrationen Wasser und Nahrung, der andere 40 Kilogramm Gold. Wer überlebt? Und nimmt der oder nehmen sie das Gold mit?

Dass Gold wertvoll sei, ist ebenso eine archaische Ansicht, hat eine ebenso lange Wurzel wie die Genitalverstümmelung. Etwas, das seit tausenden von Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wird, resistent ist gegen alle Vernunft, gegen alle Moral, gegen alle Ethik. Weder Moses, noch Jesus, noch Mohamed, weder ein Papst noch ein Kalif waren bisher in der Lage, diesen Aberglauben zu beseitigen.

"Gold soll die Nationalbank kaufen", fordert eine Volksinitiative heute. "Raiffeisenbank ist systemrelevant", beschliesst die Nationalbank heute, was bedeutet, dass wir die Bank mit allen (Lebens-) Mitteln halten, wenn sie nicht mehr zu halten ist: Die systemrelevante Bank letztlich tun und lassen kann, was sie will! Wir legen alles zu Füssen des Mammons, opfern ihm, dem Mammon - diesem Götzen, alles, auch das Leben vieler Unschuldiger, wie zur Zeit im Nahen Osten und in Osteuropa.

Bedenkliche Systemrelevanz der Raiffeisenbank


Schutzvereinigung

"Meine Motivation für ein Engagement hier ist meine Mitgliedschaft als Raiffeisen-Genossenschafter einerseits sowie meine Berufserfahrung in FINMA-Dossiers als ehemaliger dafür zuständiger Bundesverwaltungsrichter."

Hans-Jacob Heitz ist daran, ein Konzept zu entwickeln, um interessierte besorgte Genossenschafter sammeln zu können. Wer als Genossenschafter interessiert ist, ist herzlich zur Kontaktaufnahme eingeladen.


Kontakt
Hans-Jacob Heitz
Advokat und
Raiffeisenbank Genossenschafter
Weingartenstrasse 44
8708 Männedorf

Telefon 079 430 36 70

Die Nationalbank stellt mit ihrer Beurteilung von Systemrelevanz der Raiffeisenbank - u.a. wegen dem Hypothekargeschäft -, dieselbe auf die gleiche Ebene wie UBS, Credit Suisse und Zürcher Kantonalbank, was an sich schon problematisch ist. Man scheint aber völlig verkannt zu haben, dass es sich bei der sogenannten Raiffeisenbank um eine Genossenschaft einerseits sowie um einen Verbund von einer Vielzahl regionaler Raiffeisenbanken anderseits handelt, welche bislang als selbständige Institute galten. Dieses Faktum aber ist getreu der Logik mit der Erklärung der Systemrelevanz der Raiffeisenbank-Gruppe unvereinbar, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass die Selbständigkeit der regionalen Raiffeisenbanken in Frage gestellt/gefährdet ist. Die lockere Feststellung von Pierin Vinzenz, dass dies ohne jede Auswirkungen auf die Raiffeisenbank-Kunden sei, die meist auch Genossenschafter sind, ist unverständlich und wenig glaubhaft, zumal Finanzexperten bereits plausibel erklärten, dass die Raiffeisenbank früher oder später ihre Zinsen und/oder Gebühren anheben müsse, was klar zulasten der Kunden geht. Aus diesen Gründen wird geprüft, ob es Sinn machen kann, (ähnlich wie bei der Swissair) eine Schutzvereinigung für die Raffeisenbank-Kunden und -Genossenschafter zu schaffen.

Im Nachgang zur Mitteilung der Nationalbank SNB wegen Systemrelevanz der Raiffeisenbank äusserte der in Finanzmarktfragen anerkannte Experte Prof. Peter V. Kunz die Meinung, wonach die Konzernstruktur der Raiffeisenbank mit ihren 316 regionalen Genossenschafts-Banken ein kaum überwindbares Hindernis darstelle, um den Anforderungen eines wegen der Systemrelevanz nötig gewordenen Notfallplans gerecht werden zu können. Dies wiederum kann bedeuten, dass von SNB und FINMA die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft verlangt werden könnte, womit sich die Raiffeisenbank endgültig auf dieselbe Stufe gestellt sähe wie UBS, Credit Suisse und ZKB, obwohl die Raiffeisenbank ein völlig anderes Geschäftsmodell betreibt!

Diese mögliche (Fehl-) Entwicklung gilt es zu verhindern, weshalb besser heute denn morgen aus Kreisen der Genossenschafter Widerstand anzumelden ist, denn die von den Finanzmarktbehörden betriebene Macht des Faktischen kann rascher zuschlagen als uns lieb ist. Die heutige bewährte Genossenschaftsstruktur darf nicht dem „Grössenwahn“ geopfert werden, denn die über Jahrzehnte als Genossenschaft gewachsene Raffeisenbank ist nicht nur von wirtschaftlicher, sondern auch von gesellschafts- und staatspolitischer Bedeutung. Bei keiner Bank ist die soziale Kontrolle (noch) so gut wie hier. Handlungsbedarf aus Kreisen der Genossenschafter ist also jedenfalls geboten.

Vatikanstadt, Moskau, Kairo, Mekka, Peking, Hanoi, Neu-Delhi, Bangkok, Caracas, La Paz, Jerusalem

Die Systemrelevanz des Geldes (SRM):

ist nicht christlich und mit dem Christentum nicht zu vereinbaren!
ist nicht islamisch und mit dem Islam nicht zu vereinbaren!
ist nicht kommunistisch und mit dem Kommunismus nicht zu vereinbaren!
ist nicht hinduistisch und mit dem Hinduismus nicht zu vereinbaren!
ist nicht buddhistisch und mit dem Buddhismus nicht zu vereinbaren!
ist nicht sozialistisch und mit dem Sozialismus nicht zu vereinbaren!
ist nicht jüdisch und mit dem Judentum nicht zu vereinbaren!

Geld soll Menschen dienen, nicht Menschen dem Mammon.

Ja, wir müssen die Geldpolitik neu denken, in den Dienst der Menschen stellen. Das forderte Moses, Aristoteles, Jesus, Mohamed, Marx. Und immer wieder werden wir rückfällig.

"Kapital als solches ist nicht böse; es ist sein falscher Gebrauch, der böse ist.
Kapital in der einen oder anderen Form wird immer benötigt."
Mahatma Gandhi, indischer Politiker (1869–1948)

Wir gestehen

Wir gestehen, dass wir Propaganda machen: Wir skizzieren Ideen, wir schildern Träume, wir schreiben die Wahrheit, so weit wir sie überblicken - wir pflanzen. Und wir sind froh um Deine Meinung in den Leserbriefen, in den Artikeln, in den E-Mails, in den Gesprächen. All das geben wir hier weiter.

Nach Ansicht eines in der Schweiz lebenden Irakers, der letzte Woche in den Irak reiste, ein Sunnit, wie er lachend sagte, sind die Glaubensunterschiede zwischen Sunniten, den zu den Sunniten zählenden Kurden und Schiiten unbedeutend gering und spielen im Alltag und im Freundeskreis keine Rolle. Islamische Feste werden gemeinsam begangen und auch an christlichen Festen nehmen die islamischen Freunde teil und umgekehrt. Hingegen ist der Unterschied zwischen Arm und Reich, das Unrecht, sehr gross.

Wir hoffen, dass Buben und Mädchen, Frauen und Männer bald (!) heiter geborgen sich entfalten, einander und alle lieben und niemand sich körperlich oder intellektuell prostituiert, um zu leben. Ja, wir haben einen Traum, den gleichen, den Martin Luther King auch hatte.

26.08.2014

Deutschlands Wende - von den Medien verschwiegen

"Und was wir nun sagen und ich auch als jemand, der erlebt hat, dass Deutschland die deutsche Einheit durchführen konnte in Frieden mit Einverständnis auch der Nachbarn, sage das auch, dass das ukrainische Volk die Möglichkeit haben muss, seinen Weg zu wählen. Und die Europäische Union würde niemals, wenn die Ukraine sagt, wir gehen jetzt zur eurasischen Union, daraus einen Riesenkonflikt machen, sondern wir setzen auf die freiwillige Entscheidung. Ich setze allerdings auch auf die territoriale Integrität der Ukraine und darauf, dass alle Ukrainerinnen und Ukrainer gehört werden." Angelika Merkel [link]

23.08.2014

Ein schönes Wochenende

Alle Lastwagen des russischen Hilfskonvois haben nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Ukraine wieder verlassen.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und hoffentlich wird die nächste Woche noch schöner und Frieden in der Ukraine bringen!

22.08.2014

Endlich: Hilfskonvoi ist in Lugansk angekommen!

In Lugansk werden Hilfsgüter an die Menschen verteilt, die seit fast drei Wochen ohne Wasser und Strom in der umkämpften Stadt sind.

Der russische Konvoi hat die Grenze heute Morgen ohne Zustimmung der ukrainischen Regierung überquert. "Alle Ausreden zur Verzögerung der Hilfslieferung haben sich erledigt. Die russische Seite hat die Entscheidung gefällt zu handeln." Präsident Petro Poroschenko sprach von einer Verletzung des Völkerrechts.

21.08.2014

Propaganda US - Irak

Fall James Foley: Ist ja interessant, dass der ominöse US-Aufklärungssatellit, mit dem man sogar Autonummern lesen könne, nie da ist, wo es etwas aufzuklären gibt ... mich würden die Autonummern der Videocrew (Tonmeister, Kameramann, Darsteller, etc.) interessieren.

Aber im ernst, die westlichen Leitmedien sind unter aller Sau: Hetzen und treiben, statt dass sie recherchieren und informieren und uns das falsche Geschrei ersparen! Ich bin froh, dass es die Montagszeitung und die Leserbriefe gibt!

21.08.2014

Propaganda - nächste Vorverurteilung James Foley

Die westlichen Regierungen sind schnell: "Den Islamischen Staat (IS) wie ein Krebsgeschwür herausschneiden, damit er nicht streut." Friedensnobelpreisträger Barack Obama

FBI und US-Regierung wissen aufgrund eines anonymen youtube-Horrorvideos - und wie immer ohne Beweise (Leiche, Tatort, Tatzeit, Spuren, Zeugen, Täter, Motiv, etc.) - was Sache ist, und wie sie zu bekämpfen: Bomben und Waffenlieferungen! Deutschland (Steinmeier!) will auch liefern.

Bei Licht betrachtet ist ein amerikanischer Journalist von einem Engländer, nachdem beide noch eine kurze Rede hielten, angeblich ermordet worden, vielleicht in Syrien.

Zur Strafe hat die US Air Force den Irak (!) bombardiert und vermutlich ist dabei mehr als ein Todesopfer zu beklagen.

Schreiben wir diesen Fall auch noch auf die Liste: Maidan, Odessa, MH17, James Foley - und warten auf die Untersuchungsergebnisse.

20.08.2014

Der Wahrheit verpflichtet - MH17

Die ersten Ergebnisse der Auswertung der Flugschreiber sollen Anfang September veröffentlicht werden. Der malaysische Verkehrsminister Liow Tiong Lai äusserte jedoch am 7. August, dass die Länder, deren Bürger sich an Bord des Flugs MH17 befunden hatten, einen entsprechenden Bericht des niederländischen Sicherheitsrats (Dutch Safety Board – DSB) bereits erhalten haben.

Gleichzeitig mit der Erklärung des malaysischen Verkehrsministers berichtete die malaysische Zeitung „New Strait Times“, dass die Boeing von einer Luft-Luft-Rakete getroffen worden und zugleich von einem Kampfjet beschossen worden sei.

Die Zeitung berief sich auf den Bericht des AP-Reporter Robert Parry. Parry nannte als Quellen den US-Geheimdienst und Aussagen des OSZE-Beobachters Michael Bociurkiw, der als einer der ersten den Absturzort bei Donezk besucht hatte.

Damit scheint klar zu sein, dass die Berichte der malaysischen Medien von der „Spur zur ukrainischen Armee“ die westlichen Medien zum Schweigen gebracht haben. In Kuala Lumpur ist man aber an einer fairen Untersuchung der Katastrophe interessiert und die Öffentlichkeit muss Wahrheitsgetreu informiert werden.

18.08.2014

OK OK :)

Der Film ist gut. Wie bereits gesagt sind es Interessengemeinschaften. Ich sage es nochmals: Interessengemeinschaften.
Und diese sind komplex, ergo Raster über Raster über Raster.

In diesem Sinne (sarkastisch): [link]

Zum Thema Prostitution kann ich nichts sagen, ausser das ich nie solche Dienstleistungen in Anspruch genommen habe. Diese Einstellung, man kann es auch eine Art Moral nennen (wobei ich auch schon moralischer war) ist bei Frauen nicht "hipp". Ergo man bekommt keinen Punktebonus, wenn man solche Dienstleistungen nicht nutzt, von Moral kann man schliesslich nicht leben.
Moral ist etwas, was man sich leisten können muss. Eigentlich sollte es ein Zeichen für Reichtum sein, wenn man Moral hat.

Gruss aus Zürich.

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