29. September 2014
Menschen im Zentrum - Grundlage des Friedens
Leserbriefe

This Bürge - Stadtratskandidat St. Gallen 30. November

This Bürge - Stadtratskandidat St. Gallen

parteilos, vermittelnd, herzlich

St. Gallen, 29.09.2014 This Bürge (56), Sekretär der Organisation für direkte Demokratie Solidarische Schweiz (SOS) kandidiert für die Ersatzwahl eines Stadtratsmitglieds in St. Gallen vom kommenden 30. November 2014.

"St. Gallen ist eine wunderbare Stadt, gerade in der richtigen Grösse. Ihr möchte ich dienen. Ich verspreche, als Stadtrat:

sagt This Bürge.

This Bürge hat zwei Berufslehren abgeschlossen: Verwaltungsangestellter und Maler. Die Verwaltungslehre hat er in der Gemeindeverwaltung Bassersdorf gemacht. Nach dem Militärdienst wurde er in der Firma Saurer in Arbon zum Programmierer ausgebildet und hat danach in St. Gallen und Zürich gearbeitet und sich zum Analytiker-Programmierer weitergebildet. An Wochenenden hat er freiwillige Fahrdienste beim Tixi in St. Gallen geleistet. Der Wunsch nach einem spontanen Transportdienst hat ihn veranlasst, zusammen mit Herbert Wohlfart und dem Invalidenverband einen professionellen Rollstuhl-Taxidienst in St. Gallen zu gründen und zu betreiben. Das Rolltaxi besteht noch heute und This Bürge hat die Zweitwegmatura abgeschlossen und sich beruflich und familiär neu orientiert. Drei Töchter kamen zur Welt und während sieben Jahren war er Hausmann. Im Januar 2011 war er Gründungsmitglied der Organisation für direkte Demokratie Solidarische Schweiz (SOS) und arbeitet seither als ihr Sekretär.

"Stadtrat Peter Schorrer hat seinerzeit unsere Idee für ein Rollstuhl-Taxi wohlwollend aufgenommen und sie nach einer Pilotphase dem Parlament vorgelegt. Für mich ein sehr schönes Beispiel, wie ein Stadtrat im Dreieck zwischen Parlament-Verwaltung-Einwohner arbeitet und offen und engagiert für Wünsche und Ideen ist."

Und warum die Lohnkürzung, ein Stadtrat verdient doch viel mehr als den Medianlohn?

Wir wohnen in einer günstigen Genossenschaftswohnung im Osten der Stadt. Wir möchten hier bleiben und auch nach der Wahl in den Stadtrat zur Gemeinschaft dazupassen. Ich beschränke meinen Lohn als Stadtrat auf den Medianlohn, also den durchschnittlichen Lohn, der in der Ostschweiz bezahlt wird. Das sind Fr. 5'778.- brutto pro Monat (Fr. 69'456.- im Jahr)."

Eine sehr sympathische Kandidatur. Wir sind gespannt, wie die verschiedenen Podiumsgespräche und Präsentationen verlaufen und werden darüber in der montagsZeitung berichten.

Bild: Demonstration in London

Demonstration in London

Antiamerikanismus

Wir müssen klarstellen, dass Kritik am westlichen System legitim ist! Und die Kritik erstreckt sich nicht nur auf die USA, sondern zu gleichen Teilen auch auf Europa und die Schweiz! Wir alle sind das westliche System, das unter dem Namen "Antiamerikanismus" in der Kritik steht.

Oft wird Kritikern vorgeworfen, wie pubertierende Kinder gegen das Bestehende zu rebellieren, die westlichen Werte Menschenrechte, Vorherrschaft des Gesetzes, Demokratie, Freiheit und Marktwirtschaft abzulehnen, zu trötzeln, wie Kinder gegenüber den Eltern - um es dann später wie die Eltern zu machen.

Doch dieser Vorwurf greift zu kurz, denn die Welt hat sich verändert: Im Verlauf des westlichen Systems haben Millionen Menschen ihr Leben, die Arbeit, Hab und Gut verloren. Nicht die Arbeitenden, sondern vor allem Oligarchen geniessen die Freiheit, und die Privatisierung der öffentlichen Werke und des Grund und Bodens sind als grösste Plünderung des 20. Jahrhunderts zu betrachtet. Die Methoden der Weiterverbreitung des westlichen Systems, ihre gewaltsame Durchsetzung, sind die Methoden eines autoritären Regimes.

Wie aus der Kritik an der autoritären Erziehung die anti-autoritäre Erziehung und letztlich die Gemeinsamkeit entstanden - nicht einheitlich, sondern sich Wege suchend - werden auch aus der Kritik an den westlichen Werten anti-westliche Werte und letztlich Friede entstehen.

In diesem Sinn sind die anti-westlichen Werte besonders wertvoll: Der Nahe Osten mit einem Kalifat, der postsowjetische Ostblock mit seinen Erfahrungen aus dem Kommunismus, Lateinamerika mit den Commons, China und Kuba, das von überraschend vielen besucht wird: "Solange 'Amerika' noch nicht dort ist", wie ein Kubareisender letzthin sagte.

Die Freiheit, die sie meinen

Von der nzz.ch eingeladene Professoren der Volkswirtschaft werden nicht müde, das Hohelied der Schuldwirtschaft zu singen. Ihr Text ist einfach:

  1. Der Staat macht keine neuen Schulden.
  2. Der Staat amortisiert die alten Schulden.
  3. Der Staat beschränkt sich auf Bereitstellung und Unterhalt der Infrastruktur (Strassen und Leitungen) und gewährleistet die Sicherheit.

Schulen, Spitäler, Bibliotheken, Post, Bahn, Verkehr, Sozialversicherungen, Geldwesen werden privatisiert. Nothilfe wird auf das Nötigste beschränkt, Bezüger können zur Arbeit (Strassen, Leitungen) verpflichtet werden.

Selbst beim Bau der Infrastruktur soll nicht der Staat bauen, sondern private Firmen. Auch Strafvollzug und Sicherheit können private Firmen im Auftrag und auf Kosten des Staates übernehmen.

Der Staat ist Besitzer der Parlamente, der Kanzleien, der Gerichte, der Strassen und der Leitungen. Mehr braucht er nicht! Steuern erhebt er auf Strassen und Leitungen - mehr hat er ja nicht! Einkommen, Gewinne und Vermögen werden nicht besteuert.

Tönt gut!

Ist Neoliberal bis auf den Klecks Nothilfe, der noch aus dem alten Liberalismus stammt. Und zum Neoliberalismus bewegen wir uns, angefeuert von den Leitmedien. Die Worte in der Bundeshauskuppe: "Einer für alle, alle für einen" wird übermalt: "Jeder für sich!"

Wenn da nur ein Problem nicht wäre ...

Die Ausländer.

Nachdem Kolumbus die neue Welt entdeckt hatte, sind ganz viele Europäer ins neue Land geströmt. Ausländer. Und haben rasch die Einheimischen ausgerottet. Und das Gewehr noch in der Hand, haben sie - die neuen Einheimischen - die nachfolgenden Zuwanderer aus Europa abgeknallt (es gab Prämien für abgeschossene Einwanderer) und gleichzeitig Menschen in Ostafrika entführt und verkauft. Tote und Sklaven an der Grenze und im Land der Freiheit.

So ist Amerika, das Land der Freiheit, entstanden. Am D-Day im Juni 1944, als der Sieg Russlands über die Nazis längst feststand, sind sie zu Hilfe geeilt, um Russland zu stoppen - nicht früher, denn in Hitler sahen sie keine Gefahr für die Freiheit, die sie meinen. Die europäische Geschichte ist ja die gleiche, es sind die gleichen Vorfahren, auch sie ist geprägt von Gewalt und Menschenverachtung (Kolonialzeit, Weltkriege I + II, Holocaust).

Für den Liberalismus sind Menschen wie Maschinen. Wo Profit und Macht locken, spielen Menschen keine andere Rolle. Ich hoffe, diese Welt entwickelt bald genügend Bewusstsein, dass der Egoismus aufhört. "Entweder sind wir Menschen und sind es alle, oder wir sind es alle nicht." Gerhard Meister, Amerika.

Wir möchten frei sein von Angst und Wut, damit Vertrauen, Freude und Zuneigung blühen. Das ist die Freiheit, die wir meinen: FREI SEIN VON ANGST!

Die westlichen Medien machen uns Angst und sie schüren die Wut. Das lehnen wir ab. Wir verweigern das Hören ihrer "Nachrichten". Wie pubertierende Kinder, die den Eltern nicht mehr zuhören. Wir möchten mehr wissen: Wie funktioniert ein Islamischer Staat mit einem Kalifat, was macht der Ostblock, was bedeutet Commons, warum sind die Menschen in China glücklich, wie erträgt Kuba das jahrzehntelangen US-Embargo, das seit den 1990er Jahren alljährlich von der UNO-Generalversammlung verurteilt wird?

Seit 54 Jahren US-Embargo gegen Kuba

Das Embargo der Vereinigten Staaten gegen Kuba ist ein Handels-, Wirtschafts- und Finanzembargo, das 1960 von Präsident Dwight D. Eisenhower verhängt wurde, nachdem die kubanische Regierung Eigentum von Bürgern und Unternehmen der Vereinigten Staaten im Umfang von rund einer Milliarde US-Dollar enteignet hatte. Im Jahre 1992 wurde das Embargo als US-Gesetz (!) festgeschrieben. Entsprechend dem darin formulierten Ziel „Demokratie dem kubanischen Volk zu bringen“ wurde es Cuban Democracy Act benannt.

Geschichte

Im Dezember des Jahres 1898 übergab Spanien infolge seiner Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg die Kontrolle über Kuba an die Vereinigten Staaten. Die USA unterstützten Kuba in ihrem Unabhängigkeitskampf gegen Spanien und intervenierten später mehrfach in Kubas politischen Angelegenheiten. Es gab US-Investitionen in Kubas Zucker- und Tabakproduktion für den Export sowie im Tourismus (1919-1933 US-Prohibitionszeit, da ging Mann gern auf die Insel). Kuba hatte mit seinen Exporten privilegierten Zugang zum US-Markt. 1926 besassen US-Unternehmen 60% der kubanischen Zuckerindustrie und sie führten 95% der Ernte ab. Mit der Kubanischen Revolution, die am 1. Januar 1959 von Erfolg gekrönt war, wurde der Diktator General Fulgencio Batista gestürzt und Fidel Castro wurde mit der Staatsführung beauftragt.

Zwar erkannte die US-Regierung die neue kubanische Regierung formal an, jedoch verschlechterten sich die Beziehungen schnell, nachdem Kuba das erste Agrarreformgesetz verabschiedete, das es erlaubte, den meist in US-Besitz befindlichen Grossgrundbesitz zu enteignen. Die angebotene Entschädigung wurde von den US-Investoren als unzureichend abgelehnt. Ausserdem beunruhigte die US-Regierung die Vertiefung der Sowjetisch-Kubanischen Beziehungen. 1960 eskalierten die Spannungen zwischen Kuba und den USA zu einem Wirtschaftskrieg.

Jedes Mal, wenn die kubanische Regierung die Kontrolle über US-amerikani­sches Eigentum übernahm, konterte die US-Regierung mit Gegenmassnahmen, was am 19. Oktober 1960 in ein totales Exportverbot nach Kuba mündete, das bis heute besteht. Ebenfalls ist es noch heute US-Bürgern verboten, nach Kuba zu reisen!

Diese Sanktionspolitik der US-Regierung kennen wir aus neuster Zeit, die sie aktuell gegen Russland anwendet. Amerika will nicht die gute Demokratie, die Politie, in fremden Ländern fördern, sondern die schlechte, von Oligarchen und Eigennutzen geprägte Demokratie. Sie will nicht die freie Marktwirtschaft, sondern Konzern­interessen durchsetzen. Und Amerikas Mutter Europa auch. Die Schweiz belegt Belarus (Weissrussland), Irak, Iran, Krim, Liberia, Libyen, Nordkorea, Ostukraine, Russland und Syrien mit Sanktionen.

Meinungsfreiheit

Was nützt Demokratie, wenn wir ausgeschlossen oder niedergemetzelt werden, wenn wir sie wahrnehmen? Wenn uns ein mächtiger "Freund" zwingt, das zu tun, was in seinem Interesse ist?

Ich sehe keinen Unterschied zwischen einem Menschen, der andere tötet, und einem Menschen, der andere tötet. Soll ich dem einen zujubeln und den anderen hassen? Und falls ja: Welchem, dem Stärkeren, der mit modernster Hightech mehr Tote schafft, oder dem Schwächeren? Ist das ein Krieg, wenn der Starke aus weiter Distanz den anderen abschlachtet - USA: 0 Tote; Irak und Syrien: Tausende Tote? Findet ihr das nicht auch völlig pervers, was da im Nahen Osten veranstaltet wird? Ist das der Höhepunkt der menschlichen Entwicklung - 2014 Jahre nach Christus? Hat Christus uns das gelehrt? Ist seine Lehre falsch, dann sagt es doch! Dann sagt uns eure! Wir haben Meinungsfreiheit!

Und dann, wenn ihr sie gesagt habt und euch das Volk Heil zujubelt wie vor 80 Jahren, dann will ich kein Mensch mehr sein, dann gehe ich und weiss nicht wohin.

30.09.2014

Stadträte wie Du gibt es noch keine

"Stadträte wie Du gibt es noch keine", stand in einem Artikel der montagsZeitung vor bald zwei Jahren. [link]

Es freut mich, dass es nach Zürich, auch in St. Gallen engagierte Parteilose gibt! Viel Glück und hoffentlich wirst Du gewählt!

29.09.2014

Hilfskonvoi statt Bomben

Hat vielleicht jemand im Westen bereits darüber nachgedacht, wie den Menschen in Syrien und Irak geholfen werden kann? Oder ist es sinnvoller, wenn Amerika weitere 15'000 gewalttätige Männer bewaffnet und ausbildet? Die westlichen Werte sind krank.

Russlands Katastrophenschutzministerium teilt mit, dass ein vierter Hilfskonvoi für die Ostukraine vorbereitet wird. Zuvor lieferten zwei humanitäre Hilfe nach Lugansk und einer nach Donezk. Die Güter reichen für zwei bis drei Wochen aus, deshalb sollen sie regelmässig geliefert werden.

29.09.2014

Westliche Wertegemeinschaft

Vielen Dank für die mZ!

Der "Leistungsausweis" der westlichen Wertegemeinschaft ist erschreckend! Erschreckend primitiv.

Was haben Wissenschaft, Literatur und Kunst bewirkt? Sind wir feiner, toleranter, liebender geworden? Teilen, schenken wir, damit es allen Menschen gut geht?

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