Karl Polanyi (1886-1964) war Professor an der Columbia University in New York. Vieles in dieser Ausgabe haben wir seinem Buch "The Great Transformation - Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen" entnommen.
Alternativlos ist eines der Lieblingsworte der deutschen Regierung. Da eine Demokratie aber von Alternativen lebt, ist das keine gute Entwicklung. Alternativlos ist Faschismus - wer zum Kapitalismus keine Alternativen zulässt, Alternativen zum Beispiel in Griechenland unterdrückt, Alternativen putscht, Alternativen verhöhnt, ist ein Faschist.
Parteien sind, jede für sich genommen, faschistisch - ihr und nur ihr Parteiprogramm gilt; es ist alternativlos! Auch der Pluralismus, wenn sich mehrere Parteien an der Regierung beteiligen, trägt den Faschismus in sich, wenn die Regierung Nicht-Regierungsparteien und überhaupt andere Meinungen nicht als Anti-These aufnimmt und vereint. Die vereinte Synthese (der Konsens) ist nicht heilig, sondern Ausgangspunkt für weitere Thesen-Anti-Thesen-Synthesen.
So steht auch die vom Westen gebildete Synthese "Kapitalismus" als These da, die Anti-Thesen hervorruft und sie zu einer neuen Synthese vereint, ihr einen Namen gibt und sie wieder zur These erklärt.
Nie und nimmer ist eine Demokratie alternativlos! Sie wird sich aber lähmen, wenn sie versucht, alles und jedes zu regeln - das Nicht-Regeln (Laotse: Nichtstun) muss ihre Handlungsmaxime sein. Der Bundesbrief der Schweizerischen Eidgenossenschaft hat 14 Absätze; die abrahamitischen Gesetze bestehen aus 10 Geboten; das Grundgesetz des Christentums besteht aus 3 Sätzen: "Gib ... vergib ... führe nicht ...".
Stell dir vor, die höchste Autorität des Landes sagt: "Ich führe euch nicht, sondern erlöse euch vom Zwang, letztlich von mir. Ihr werdet füreinander sorgen und euch eure Schulden vergeben. Ihr werdet frei und gleich sein."
Vor zwei Jahrtausenden hat die Menschheit im Nahen Osten einen Höhepunkt erreicht, den die Semiten und die Europäer vernichteten. Seither bekämpfen und vernichten sich die beiden Hegemonien gegenseitig.
"Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg." (Laotse) - "Der Weg ist das Ziel." (Konfuzius), sagt einer und Jahre später ein anderer chinesischer Denker. Letzteres ist nicht das Lebensmotto orientierungsloser Zeitgenossen, sondern die verblüffende Einsicht, dass das Ziel eben kein Punkt ist, sondern ein Zeitstrahl: das Gute leben.
Wenn wir das "Kapital" kritisieren, möchten wir damit nicht nerven, sondern Anti-Thesen begründen und versuchen, Ist-so und Könnte-sein in eine Synthese zu führen, die nicht "Kapitalismus" ist, an dem wir unweigerlich zu Grunde gehen würden. Der Kapitalismus ist erst 180 Jahre alt und hat enorme Schäden an Mensch, Natur und Klima verursacht. Das System des Kapitalismus führt zu unglaublicher Ungleichheit der Menschen, die wir in Vierte, Dritte, Zweite und Erste Welt unterteilen: "Das Imperium der Schande", wie Jean Ziegler den Kapitalismus nennt. Es ist allen klar: Wir werden das Ist-so keine weiteren 180 Jahre durchstehen, mit einem 3. und 4. Weltkrieg. Unklar und geradezu ein Tabu ist die Frage, wie wir aus dieser Nummer raus kommen?
Wie kommen wir auf den guten Weg; wird uns die semitische Hegemonie überrennen oder wird ein friedliches Zusammenleben einkehren; wie lösen wir Eigentum und Vertrag, die Grundpfeiler des Kapitalismus; wie gewährleisten wir den Lebensunterhalt aller Bewohner; können wir uns selbst versorgen - mit welchen Ländern können wir Fehlendes gegen was tauschen; werden uns die (noch) kapitalistischen Länder angreifen; wie kommunizieren wir den Menschen in der Ferne, was wir tun; usw.?
Natürlich können wir die montagsZeitung auch einstellen und einfach warten - irgendwann knallt's. Millionen Tote und Versehrte, alles kaputt. Die Überlebenden steigen aus den Trümmern des 3. Weltkrieges und stehen genau da, wo wir jetzt und heute stehen: Wie kommen wir aus dieser Nummer raus? Doch sie haben nichts mehr, kein Dach, sie frieren, hungern, fiebern - und starten das System, das sie kennen, erneut. Sie sagen: "Nie wieder Krieg" und wissen, dass das in dem System nicht geht. Kapitalismus, der "Wettbewerb ums Überleben", endet immer tödlich. Ich und viele überleben es nicht!
Also schreiben wir weiter und hoffen, wir kommen rechtzeitig.
Nein, natürlich nicht! Nehmen wir ein Beispiel: Hat eine Gemeinschaft alles gebaut, was sie für ihr Wohl braucht, also Wohnungen, Strassen, Leitungen, vielleicht auch ein Schwimmbad und eine Bibliothek etc., braucht sie das nicht mehr zu tun, und kümmert sich fortan noch um den Unterhalt der Infrastruktur und setzt die Arbeit für den Lebensunterhalt wie bisher fort. Der grosse Brocken "Infrastruktur" ist aber fertig und entlastet die Gemeinschaft. Das Dorfleben, das Miteinander, so eine Art Feriengefühl kommt auf. Kommen nun Neue zur Gemeinschaft hinzu, werden die Ferien unterbrochen; für die Neuen müssen Wohnungen, Strassen, Leitungen gebaut werden - falls keine Infrastrukturen frei sind und die Neuen diese übernehmen können. Danach wird es wieder ruhig und gemütlich im Dorf, die Arbeit beschränkt sich auf das Tägliche.
Wir könnten die Dorfbewohner in gelegentlich Arbeitende und täglich Arbeitende einteilen. Die einen erstellen die Infrastruktur und die anderen pflanzen, ernten, schlachten, kochen, waschen und schneidern. Die einen sitzen unter dem Baum und betrachten die erstellte Infrastruktur, während die anderen - in vielen Ländern die Frauen - die täglichen Arbeiten verrichten. Die gelegentlich Arbeitenden behaupten, dass ihre Arbeit mehr wert sei und die anderen ihnen dafür täglich zu dienen haben - das sei gerecht!
Wir könnten solche Unterschiede auch wegwischen und die tägliche Arbeit gemeinsam tun und danach unter Bäume sitzen oder baden, wandern und schwimmen gehen. Gelegentlich arbeiten die gelegentlich Arbeitenden an der Infrastruktur und fehlen bei der täglichen Arbeit, die dadurch von wenigen gemacht wird. Die täglich Arbeitenden arbeiten also in dieser Zeit mehr; sie schulden den gelegentlich Arbeitenden daher keinen zusätzlichen Dienst - er ist mit der Mehrarbeit infolge der Abwesenheit der gelegentlich Arbeitenden bereits kompensiert!
Sobald wir die einzelnen Arbeiten bewerten nach Dauer, Qualität, Quantität oder wie auch immer, schaffen wir ein Wertesystem und damit Ungleichheit. Das harmonische Zusammenleben wird zum Wettbewerb bei dem nur wenige gewinnen. Es sind leider gerade die Wenigen, die diesen Wettbewerb vorschlagen, Reglemente aufstellen und Prämien einführen - oder wegziehen, wenn es nichts zu gewinnen gibt.
Wir sollten die Wenigen ziehen lassen in ein Land des Wettbewerbs. Und sie wieder bei uns aufnehmen, wenn sie zerschunden und als Verlierer zurückkehren. Selbstverständlich werden wir ihnen die Abwesenheit nicht vorhalten, während der wir mehr arbeiteten, sondern uns freuen, dass sie wieder unter uns sind.
Dieses System funktioniert tipptopp seit 1910 und nennt sich Kibbuz. In Sde Elijahu, im Norden Israels, leben die Menschen gleich: Keiner ist reicher als der andere, keiner hat mehr zu sagen. Bei uns muss niemand neidisch sein, weil der Nachbar ein grösseres Auto fährt. Und niemand kann mit seiner tollen Wohnung angeben. Es gibt nämlich keine Unterschiede. Das finde ich gut, und ich kann es mir auch gar nicht anders vorstellen. In unserem Kibbuz wohnen etwa 300 Erwachsene und 500 Kinder. Ich, Daliah (9), lebe hier mit meinen Eltern und fünf Geschwistern. Mein Vater arbeitet in einer Fabrik des Kibbuz. Und meine Mutter ist Krankenschwester. Die Bewohner teilen besonders viel miteinander: Autos, Essen und Geld. Zusammen besitzen wir 30 Fahrzeuge. Wer eins braucht, kann sich im Internet in eine Liste eintragen. Falls ein Wagen frei ist, bekommt er ihn. Sonst muss man eben warten. Aber meistens nimmt einen dann doch einer der anderen Dorfbewohner mit. weiterlesen spiegel.de
Anmerkung: 'Ausgewachsen' müsste der Kibbuz aufgrund der 500 Kinder etwa 1500 Erwachsene haben, davon 500 im Alter ab 60 Jahren, um eine ausgewogene Alterspyramide zu haben. Die Schweiz hätte 4000 Kibbuzim, durchschnittlich zwei Kibbuzim pro Ort, und einen Fahrzeugbestand von 150 Autos pro Kibbuz, insgesamt 600'000 Autos oder siebenmal weniger Autos als heute! Das Pendlerproblem wäre gelöst, denn üblicherweise arbeiten die Menschen im Kibbuz und kein Kibbuz hätte Interesse, möglichst viele 'Fachleute' aus der Ferne zu rekrutieren, sondern wird die Eigenen aus- und weiterbilden. Staatsschulen, Alters- und Pflegeheime sowie Gefängnisse entfallen. Bedeutend weniger als 8 Ärzte würden pro Kibbuz nötig sein (heute in der Schweiz durchschnittlich 4 FMH-Ärzte pro 1000 Bewohner). Moderne Kibbuzim bieten verschiedenste Produkte und Dienstleistungen an. Die Bewohner haben geregelte Arbeitszeiten, Freizeit und reisen in die Welt. Gewiss gibt es im Kibbuz manches zu besprechen, auch wenn das Gewinnstreben nicht oberstes Ziel ist, sondern eine ausgeglichene Rechnung. Vielleicht müsste ein Dachverband Richtlinien und Angebote vorschlagen, Investitionen vorfinanzieren und politisch tätig sein.
"Die Vision vom gleichberechtigten Zusammenleben der Menschen widerspricht grundsätzlich einer Welt, die durch Konsumorientierung, Medienmanipulation und Egoismen vielfältiger Art geprägt ist - durch Beschwörung einer Individualität, die letztlich, mehr als der Kibbuz, eine konforme und uniformierte Masse zeugt." NZZ, 24.09.2005
Der Arbeitsmarkt unterscheidet sich vom Sklavenmarkt dadurch, dass sich die Menschen selber hinstellen. Ein Sklave hatte vor der Gefangennahme ein Leben in der Gemeinschaft, er wollte nicht weg. Einem Arbeiter fehlt diese Lebensgrundlage und darum stellt er sich hin. Anders als der "Wilde" hat er keine Möglichkeit sich selber zu versorgen: Ihm fehlt der Boden.
Als Pauper (dt. der Arme) werden Menschen bezeichnet, die erstmals im 16. Jahrhundert und plötzlich in Massen im 18. Jahrhundert auftauchten und niemandem gehörten, also keinem Gutshof, keinem übergeordneten Feudalherrn oder einer Zunft zugeordnet werden konnten, und die keinen eigenen Boden hatten. Die Pauper hatten nichts und lebten im Elend. England, die erste Industrienation war als erste vom Pauperismus - Massenarmut auf der einen und Reichtum auf der anderen Seite - betroffen. "Es seien eben nicht die reichsten Länder, in denen es die höchsten Löhne gebe", erklärte Adam Smith in seiner vorsichtigen Art die andere Seite des entstehenden Kapitalismus.
"Da die Arbeitskraft der Armen die Goldgrube für die Reichen darstellt, warum sollten die Armen nicht imstande sein, diesen Reichtum für sich selber zu nutzen, sich selber zu versorgen und dabei noch etwas übrig zu behalten? Diese brüderliche Genossenschaft wird die Arbeit und nicht das Geld zum Grundgedanken machen." John Bellers.
Ein bestechender Gedanke und Kern aller kommunistischer Ideen (Owen, Fourier, Proudhon, Louis Blanc, Lassalle, Marx, Lenin, Mao, etc.) zum Thema Armut. Doch waren die sich selbst genügenden Genossenschafter der dauernden Verlockung nach Gewinn ausgesetzt - namentlich die 'Fachkräfte', d.h. die kräftigsten Mitglieder - und mit jedem Abgang wurde die Genossenschaft schwächer, denn die Schwachen, Kinder und Alten wurden nicht abgeworben. Auch das Sich-selbst-genügen ist relativ: Es gibt Genossenschaften, die mit wenig zufrieden sind, und Genossenschaften, die ein Luxusleben pflegen - und so mancher aus der einfachen Genossenschaft wünscht sich, in einer luxuriöseren Genossenschaft zu leben. Es gibt also auch unter den Genossenschaften einen Wettbewerb - aber keine Angst und Verzweiflung: der Lebensunterhalt ist bei allen gewährleistet.
Bahnbrechend hat England von 1795 bis 1834 ein bedingungsloses Grundeinkommen für Pauper einschliesslich deren Frauen und Kinder eingeführt. "Keine soziale Massnahme hat sich grösserer allgemeiner Beliebtheit erfreut: Eltern waren die Sorge um ihre Kinder enthoben, und Kinder waren nicht mehr von Eltern abhängig; Arbeitgeber konnten die Löhne nach Gutdünken herabdrücken und die Arbeiter, ob fleissig oder faul, waren vor Hunger gesichert." Karl Polanyi.
Der Lohn überstieg in ländlichen Gebieten in der Regel nicht das Grundeinkommen - und daher hatte kein Pauper ein materielles Interesse, seinen Arbeitgeber zufriedenzustellen - jedoch ein ideelles Interesse schon. In den Industrieorten wurden die Löhne um das Grundeinkommen gekürzt, was eine Subvention der Betriebe bedeutete und nötige Modernisierungen verzögerte.
Jedoch ohne Not in der Bevölkerung (!) wurde das Grundeinkommen "Speenhamland" 1834 Knall auf Fall vom neu organisierten Ober- und Unterhaus aufgehoben, was für die Pauper verheerend war und zu einer Spaltung der Besitzlosen in Arbeiter und Almosenempfänger führte: Mit dem Knall 1834 wurde der moderne Kapitalismus geboren. Der Schock führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung (!) gigantischen Ausmasses, jedoch milderten die rapide steigenden Produktionszahlen das Elend der Bevölkerung noch zwei Generationen lang kaum. Die Spaltung der Besitzlosen in Arbeiter (Vater) und Arbeitslose (Mutter) wurde nie überwunden, auch wenn heute Vater und Mutter erwerbstätig sind, so hat doch die ideelle Arbeit keinen Stellenwert - Arbeitslose sind einfach faule Menschen.
Auch wenn das Marktsystem von einem dauernden Überangebot lebt, schon um die Richtung der Nachfrage zu erkennen, und die Lehre ganz offen definiert, dass eine Sockelarbeitslosigkeit unumgänglich - und damit wertvoll! - ist, so werden doch die Arbeitslosen stigmatisiert und ausgegrenzt, statt sie ins System einzubetten. Die ab 1870 entstandenen Gewerkschaften haben es bis heute versäumt, alle Arbeiter - auch die arbeitslosen - zu organisieren, um eben ein Speenhamland-Gesetz einzubringen, das einen Mindeststundenlohn und die Jahresarbeitszeit nennt und bezahlt: (a) aus Geld der Zentralbank für arbeitslose Arbeiter; (b) aus den Gewinnen für die arbeitenden Arbeiter. Und Obligatorien für arbeitslose Arbeiter verbietet.
Die Bereitschaft des Kapitalismus, die Masse der Menschen am Rande des Elends leben zu lassen als den erforderlichen Preis für das höchste Stadium der Wirtschaftsblüte, ist ohne Vorurteile, ohne Stigmatisierung unerträglich: "Verzweiflung und Armut ist ein Gesetz der Natur, denn knechtische, niedrige und gemeine Arbeit würde ansonsten nicht getan werden. Und was sonst, ausser Verzweiflung und Armut, könnte die niedrigen Stände des Volkes dazu bewegen, sich all den Schrecken auszusetzen, die sie auf dem stürmischen Ozean oder dem Schlachtfeld erwarten?" Townsend, 1786
"Diese glatte Selbstgefälligkeit eines Townsend hat sich 1834 durchgesetzt. Die Idee der [theoretischen] Gleichheit ist nichts anderes als ein grausamer Köder, der die Menschheit in die Selbstvernichtung führt." Karl Polanyi.
Immer sind es die niedrigen Stände, die sich wie in der Ukraine oder im Semitischen Raum auf den Schlachtfeldern umbringen, nie die Investoren und die Regierungen. Immer sind es die niedrigen Stände, die unfreiwillig auswandern und sich in Verzweiflung und Armut den Schrecken der Überfahrt auf einem meeruntüchtigen Boot aussetzen; es gibt kein Land, in dem die Regierenden hungern!
Wir haben in Papst Franziskus einen Fürsprecher, der mit Tränen in den Augen und Wut im Bauch den Umgang mit den niedrigen Ständen anprangert. Wir erwarten von Wladimir Putin eine ebensolche Reaktion und hoffen, dass die Syriza in Griechenland und die Podemos in Spanien den niedrigen Ständen helfen und zusammen mit Portugal, Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Slovakei, Polen, Baltische Staaten, Finnland, Schweden, Ungarn, Balkanländer, Griechenland, Türkei, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Ukraine, Weissrussland und Russland nach dem Vorbild von Südamerika ein Südosteuropa bilden.
Südosteuropa, die Rahmenbedingungen: (1) Währung und gesetzliches Zahlungsmittel ist der Schweizer Franken; jedes Land delegiert einen Bankrat in die Zentralbank. (2) Die Zentralbank gewährt Staat und Privaten zinslose Investitions-Darlehen, sofern die Rückzahlung sicher scheint; Kreditausfälle verbucht sie unter Umlaufsicherung. (3) Speenhamland gilt für alle Südosteuropaländer gleich und wird von der Zentralbank als Umlaufsicherung ausgegeben und durch Kürzung des Geldes in Umlauf finanziert. (4) Luft, Wasser, Boden, Bodenschätze und Natur sind ewiges Allgemeingut; der Staat regelt die Nutzung. (5) Wissen und Informationen sind frei; Urheberrechte sind verboten.
Nun sollten sich Bundesrat und Nationalbank sputen und den Kontakt zu Griechenland, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien und Russland suchen, denn Südosteuropa funktioniert auch mit Rubel und ohne die Schweiz. Zudem arbeitet Moskau einiges schneller als Bern. Doch wäre die Schweiz inmitten Europa und weltweit vernetzt prädestiniert für diese Aufgabe.
INHALTSVERZEICHNIS
30.06.2015
Man stelle sich vor, im Ständerat ist ein armer Kanton gegen den vorgelegten Vorschlag des Finanzausgleiches - und die beiden Ständeräte werden ausgeladen, damit die anderen "informell" darüber beraten können, was sie mit diesem Kanton machen! Und beschliessen, hinter dem Rücken dieses Kantons, seiner Kantonalbank den Geldhahn zuzudrehen ... So sieht die Demokratie der Euro-Union aus - das ist keine Demokratie!
30.06.2015
Ein aussergewöhnlicher Kommentar in der taz: Verabschiedete Demokratie – Es geht um Demokratie in Europa – um nicht mehr und nicht weniger! Ich hoffe, Griechenland findet einen guten Weg. Haltet durch, im November zieht Spanien mit Podemos nach – hoffentlich! [link]
29.06.2015
Man kann nur hoffen, dass die griechische Regierung standhaft bleibt. Sie ist ein Lichtblick für ganz Europa. Meine Sympathie gilt dem griechischen Volk und seiner mutigen Regierung.
29.06.2015
In ganz Europa laufen die Sozialdemokraten den Konservativen und Neoliberalen hinterher,sie haben kein Profil!
Die SP in Deutschland und die PS in Frankreich veranlassen die EZB, den EZB-Geschäftsbanken in Griechenland die Liquidität zu verweigern, damit sie der griechischen Bevölkerung deren Bankguthaben nicht mehr auszahlen können - mit dem Staat Griechenland hat das hinten und vorne nichts zu tun. Jeder Bankkunde muss doch die Möglichkeit haben, Geld von München nach Stuttgart zu überweisen, unabhängig davon, ob die Stadt München Schulden hat oder nicht!
26.06.2015
Die EU-Aussenminister hatten am Montag den Startschuss für die erste Phase des Militäreinsatzes gegen SCHLEUSERKRIMINALITÄT vor der libyschen Küste im Mittelmeer gegeben.
In einer ersten Phase will man mit Schiffen, Flugzeugen und Drohnen Informationen über ILLEGALE Flüchtlingstransporte sammeln. In den Phasen zwei und drei ist geplant, Schiffe von Schleppern zu BESCHLAGNAHMEN und zu zerstören. Das Ziel ist es, die ILLEGALE MIGRATION auf dem Seeweg nach Europa zu unterbinden.
Seit dem vom Westen initiierten Sturz des libyschen Herrschers Muammar al-Gaddafi herrscht Chaos in Libyen. Effektive Hilfe, die die heutige Not des vor wenigen Jahren blühenden Landes überwindet, bietet der Westen keine.
25.06.2015
Falls Griechenland aus dem Euro austritt, wird es nicht die Drachme wieder einführen, sondern in Zusammenarbeit mit Russland den EAU, der in wenigen Jahren von Lisbon bis Vladivostok die Handelswährung sein wird. Wie der Renminbi wird auch der EAU nicht frei konvertierbar sein. Westeuropa wird Energielieferungen aus Griechenland in EAU bezahlen müssen.
24.06.2015
Der Zonenausschuß der CDU für die britische Zone erließ in seiner Tagung vom 1. bis 3. Februar 1947 in Ahlen folgende programmatische Erklärung:
Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.
Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert. [link]
Kein Kapitalismus! Die CDU fordert eine gemeinwirtschaftliche Ordnung - das waren gute Zeiten, kurz nach dem 2. Weltkrieg! Doch was ist daraus geworden? Eine verbrecherischen Machtpolitik: Innenpolitisch gegenüber den niederen Ständen und aussenpolitisch siehe Semitischer Raum, Ukraine, Serbien/Kosovo, EURO-Austerität à la Thatcher.
24.06.2015
Die Arbeiter und Nicht-Arbeiter in Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und dem Rest der Eurozone werden durch einen 14-jährigen Lohn- und Entschädigungsstopp im gigantischen Wirtschaftsland in ihrer Mitte ausgebootet. Flassbeck und Lapavitsas beschreiben das als Deutschlands “beggar-thy-neighbour”-Politik (wörtlich: ruiniere deinen Nachbar) - “aber erst nachdem es seine eigene Bevölkerung ruiniert hat”.
Jahr für Jahr macht Deutschland fette Gewinne (Exportüberschuss) - doch die Menschen, die dem Land Wohlstand gebracht haben, haben nichts davon erhalten. Und das ist das zukünftige Modell für den Kontinent Europa: Nichts der Bevölkerung!
Das ist Thatchers Revolution – aber nun in einer kontinentalen Grössenordnung. Und dabei wird Merkels Revolution von der Idee begleitet, dass es keine Alternative gibt. The Guardian [link]
BILD & BLICK, NZZ-, Tamedia-Gruppe, der famose Service Public sowie die linken, bürgerlichen und rechten Parteien sehen keine Alternativen, was nicht heisst, dass es keine gibt - doch damit verlassen sie den Kapitalismus, der ihnen heilig scheint.
23.06.2015
Diese Ausgabe ist der Hammer! Auch der Schluss: Die Schweiz muss nicht, aber sie kann Europa, beginnend mit Griechenland, helfen. Die fünf Punkte wird jede Demokratie mehrheitlich gerne beschliessen und der Schweizer Franken als Einheitswährung ist international stark.
Die Schweiz als Zentralbank Europas verbunden mit einem einfachen (!) Investitions- und Sozialsystem ist eine ganz starke Vision!